Unsere Fahrt nach Chojna, Königsberg in der Neumark, Polen

Stadttor ChoynaIch war schon so lange nicht mehr in Polen. Dabei leben wir jetzt hier in Brandenburg und gar nicht weit von unserem Nachbarland entfernt. So beschlossen wir einfach, uns auf einen Ausflug dorthin zu begeben. Interessante Orte durchfuhren wir unterwegs. Strausberg kennen wir. Aber so direkt mal wieder auch um den See zu fahren,  hat schon mal was. In der Erinnerung ist er doch viel, viel größer. Vermutlich ist das so mit allen Orten, die in der Kindheit Bedeutung hatten. Dort wollte ich damals vom 5m Brett springen. Bin ich aber nie! Weiter ging es durch das Brandenburger Land. Es ist einfach sehr schön. Bäume säumen noch immer die Straße. Ich liebe diese Alleen. Plötzlich sind wir dann im Oderbruch. Geheimnisvolle Orte wie Hohenwutzen und Schiffmühle rauschen an uns vorbei. Dann kommt auch schon die Oder und wir sind in Polen!
Als ich wieder zu Hause war, beschäftigte ich mich mit dieser Gegend, die Neumark, durch die wir gerade fuhren, etwas mehr. Sie birgt interessante neuere und ältere Geschichte …
Wunderschöne Landschaft durchquerten wir jetzt, nachdem wir die Grenze mit Polenmarkt, in einer alten, wir nehmen an, Zuckerfabrik, hinter uns ließen. Rechts auf einem Hügel liegt ein Schlachtdenkmal. Hier wird einmal im Jahr eine historische Schlacht nachgespielt. Ich versteh sowas nicht ganz, aber es scheint Menschen zu erfreuen, sich in alte Uniformen zu packen und das Töten nach zu spielen.
Hügel, Wiesen, Felder und recht viel Wasser kennzeichnet die Landschaft. Vermutlich ist es recht feucht und sumpfig. Die Bäume sind inzwischen im Herbst- und Wintermodus, die Wiesen und Felder auch. Die Kronen der Alleebäume werden durch viele Misteln geschmückt. (Falls jemand noch Weihnachtsdekoration sucht.)
platzPlötzlich taucht aus der Ferne eine weit ins Land sichtbare Kirche hinter einem der Hügel auf. Da ist Chojna, das Königsberg der Neumark in Polen.
In die Stadt einfahrend erfreut uns ein zauberhaftes altes Stadttor. Die Stadtmauer ist auch sehr gut zu sehen. Am Marktplatz, ich nenne den Parkplatz im Stadtzentrum mal so, stellten wir das Auto ab. Unsere Begleitung, eine Mittauschringerin vom Tauschring Erkner, kannte sich aus. Während ich noch fröhlich mit meiner Kamera herum sprang, um diese wundervollen Bauwerke der Backsteingotik gebührend zu feiern, steuerten die anderen Beiden schon das erste Café an. Mich zog es in das Touristenbüro am Platz. So erfuhren wir dank den dort erhältlichen informativen Flyern, dass das kleine Städtchen berühmt für seine imposanten Bauwerke, wie die Marienkirche und das alte Rathaus ist. Dieses ist ein gotisches nichtsakrales Backsteinbauwerk und wurde wohl ursprünglich als Kaufhaus, um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert, gebaut.
alte Platane in ChoynapelmenisWer uns kennt, weiß, dass jetzt aber der Kaffee an der Reihe ist. Lecker Cappuchino und ein beglückender Friseurbesuch (gut und günstig) stärkte uns, um noch etwas durch die Stadt zu spazieren. Ja, Schlendern ist Luxus! Um die Stadtmauer führt ein Wander- bzw. Spazierweg. Wir liefen nur einen kleinen Teil ab und erwiesen einer uralten Platane unsere Ehre. Diese kräftigen und sehr eigenen Bäume beeindrucken doch sehr. Wow, das ist eine Menge Leben!
Nun wurde noch die polnische Mittagsküche (Pelmenis, die einmal mit Pilzen und Sauerkraut kamen sowie einmal mit Käse/Kartoffelfüllung) probiert und für sehr lecker befunden.
Wir verlassen die Stadt vorbei an einem wieder anderen Stadttor. Wer historische mittelalterliche Städte mag, die nicht so düster sind und irgendwie eher eine Leichtigkeit ausstrahlen, wird Chojna mögen. Es ist jedenfalls ganz sicher nicht unser letzter Besuch hier!
(zum Vergrößern die Bilder anklicken)
  • Dorfstrasse Polen

  • Polenmarkt

  • Stadtmauer und alte Platane

  • Blick auf Choyna

  • Marienkirche und Rathaus

Mehr Bilder hier:
flickr

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Ich liebe das Reisen in realen und virtuellen Welten. Von meinen Erlebnissen möchte ich hier erzählen.

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