Tauchen auf den Philippinen – Anreise

Tauchen auf den Philippinen

Aufgehts in den Süden der philippinischen Insel Leyte – Ein Gastbeitrag unserer feinesleben.com Freundin Bea

Pünktlich in Frankfurt zum Check in – wir waren tatsächlich die Ersten und mussten noch 10 min warten, bis es dann wirklich los ging.

Verhandlungen über den Sitzplatz, Lehre 1: online einchecken, denn die meisten Sitzplätze waren bereits vorreserviert. China Airlines hat keine Notausgangsitze, die mehr Beinfreiheit garantieren. Dafür bekamen wir direkt hinter der Küche die “erste Reihe”. Ganz toll! Die Sitze viel zu schmal für meinen breiten Hintern und keinerlei Beweglichkeit in den Armlehnen, die waren fest installiert. In einer normalen Sitzreihe hat man die Chance, die Füße unter den Vordersitz zu schieben – bei einer Wand ist das unmöglich. Ich habe mich auf meinen Sitz gequetscht und sofort heftige Schmerzen gehabt – das wollte ich auf keinen Fall 12 ½ Stunden lang aushalten und so fand sich, zumindestens für mich, ein Platz weiter hinten. Mein Nachbarsitz war leer und irgendwie konnte ich den Flug überstehen. In Taipeh hatten wir nur kurzen Aufenthalt, und nutzten diesen, um uns schnell eine köstlich Suppe einzuverleiben. Der Flug von Taipeh nach Manila war geradezu komfortabel. Ist ja auch logisch: auf Langstrecken Zwergenplätze, und auf Kurzstrecken normale Sitze…

Großes Drama! Mein Tauchgepäck war nur bis Taipeh eingebucht…

In Manila angekommen, warte ich vergebens auf mein Gepäck – und wie sich schnell herrausstellte, ist dieses stehen geblieben in Taipeh, weil die Mitarbeiterin beim Check In in Berlin es nur bis Taipeh eingebucht hatte. Großes Drama! Tauchgepäck, speziell auf mich zu geschnitten, denn ich bin ja etwas üppiger als andere, und um es vorweg zu nehmen, auch deutlich umfangreicher, als die zauberhaften kleinen Filipinos…

Nun ist das Resort, in dem wir den Tauchurlaub gebucht haben, vom Inlandsflughafen Tacloban mit dem Auto nochmal 4½ Std. weg. Unwissend über die Zustände in Tacloban diskutierte ich also um schnelle Gepäcknachlieferung. Die erste Option war: Gepäck kommt mit der nächsten Maschine, und ich hole es in Tacloban ab. Blöde Idee. Die zweite Option war, das Gepäck wird geliefert, das dauert aber 3 !!!!! Tage. Noch ‘ne blöde Idee. Ach ja, und  ich sollte den Transfer selbst bezahlen.

Am Ende wurde dann verabredet, das das Gepäck vom Resort abgeholt wird, die Fluggesellschaft dafür die Kosten übernimmt. Da China Airlines kein Büro in Tacloban hat, sollte ich das Geld vorlegen und es auf dem Rückflug wieder erstattet bekommen. So far, so Good .

Los geht es nach Tacloban. Auf der Seite des Ressorts hatte ich Bilder “nach dem Taifun” gesehen und es sah alles ganz normal aus.

Pakete, Päckchen, Waren, Spielzeug, Koffer, alles Mögliche wurde hin und her gereicht…..

WarteschlangeIm Landeanflug konnten wir erkennen, das es “ganz schön gerumst” haben musste.  Das Flughafengebäude wär etwas zerstört, aber der Flugverkehr wurde abgewickelt. Man ging zu Fuß bis in die Gepäckabfertigung und da geschah etwas Seltsames. Die Menschen hatten sich versammelt – die einen um ihr Gepäck in Empfang zu nehmen, und die anderen, um es auszugeben – das Förderband jedenfalls ging nicht. Bevor Action passierte, standen die gesamten Mitarbeiter des Flughafens, es waren viele und sangen uns ein zauberhaftes Willkommenslied. Ich war sehr gerührt. Danach ging das Gepäckgeschacher los, Pakete, Päckchen, Waren, Spielzeug, Koffer, alles Mögliche wurde hin und her gereicht…..

Der Fahrer des Ressorts hat uns eingesammelt und schon gleich nach dem Flughafen, ein unglaubliches Gewimmel, waren die ersten Schäden des Taifuns sichtbar. Ein Alptraum. Mit unglaublicher Zerstörungskraft hat der Taifun weite Teile des Städtchens zerstört. Zerborstene Metalle, Wellblechdächer, die zu entsetzlichen Wurfgeschossen mutierten, Hausrat, abgebrochene Palmen, Hauswände, deren Aufgabe verloren waren und dazwischen lebhaftes und lebendiges hin und her.

Mehr als 10.000 Menschen hat der Hanang mit in den Tod gerissen. Wir sehen auf unserem Weg mehrere Massengräber

Es dauerte wirklich lange, aus dem Ort heraus zu kommen: kunterbunte Tuktuks, wie ich sie aus der Karibik kannte und umgebaute Mofas, die mit Seitenkabine dazu gemacht waren, Menschen, mehr als nur den Fahrer zu transportieren, große Trucks, die sich mit lautem Gehupe Platz verschaffen, Hunde, die sich alle sehr ähnlich sehen, als ob es nur eine Urmutter und einen Urvater geben würde, laufen in stoischer Gelassenheit am Straßenrand – oder auch quer über die Straße und haben gelernt, sich auf hektisches Gehupe entsprechend schneller von der Fahrbahn zu entfernen. Und Menschen. Lächelnde Menschen. Gelassen wirkende Menschen. Kinder die dort am Strassenrand spielen. Und auch schon mal das eine oder andere Schwein – nein, nicht die rosanen, die es bei uns gibt, sondern so schwarz bunte. Und Trupps von Männern, die geschäftig dabei sind, aufzuräumen. Andere zimmern an weggeflogenen Dächern bzw. den  Dachstühlen herum. Und überall sieht man Zelte und Planen von UNHCR, humanitäre Hilfe. Und die Menschen brauchen diese wirklich. Mehr als 10.000 Menschen hat der Hanang mit in den Tod gerissen. Wir sehen auf unserem Weg mehrere Massengräber und noch immer werden Leichen geborgen beim Aufräumen. Dieser Teil der Insel Leyte ist entsetzlich zerstört. Und seltsamer Weise sind viel Kirchen heile geblieben. Das mag durchaus ein Zeichen zu sein für die mehrheitlich christlichen Bevölkerung hier.

AusblickDoch je weiter wir uns auf unser Ziel hin bewegen, desto intakter wirkt die Natur. Anfangs ist es noch flach und teils mit wildem Gehupe sucht sich unser Fahrer seinen Weg. Irgendwann wird es deutlich gebirgiger. Es gibt halsbrecherische Kurven, die schon die Luft zum Atmen nehmen. Und dann geht es über einen Pass. Auf dem Weg sind viele Fahrzeuge liegen geblieben. Denn ganz oben liegt ein Lastwagen mit geplatzten Reifen. Die breiteren Autos kommen einfach nicht mehr weiter – doch unser kleiner Bus schlängelt sich durch. Er fährt sicher und bestimmt, lässt anderen nicht den Raum zur Entscheidung. Nach viereinhalb Stunden haben wir es endlich geschafft. Wir sind am Ende der Welt angekommen. Von Haus zu Haus, Frankfurt bis Pintuyan, waren wir nun mehr als 28 Std. unterwegs.

1. Tag Resort

Strand von PintuyanFreundlicher Empfang, wir Beiden todmüde, ein Happen was Essen und dann gings gleich ins Bett.

Am nächsten Morgen sehen wir das Meer. Es ist keine 20 Schritte vom Bungalow weg und hat den seltsamsten Strand, den ich an einem Meer jemals gesehen habe: Kieselsteine, vor allem Größere. Kleinere würden ja auch Sand heißen … Granitartige, so zwischen 3 und 10 cm große, rundgeschliffene Steine. Das Meer ist ganz glatt und der Himmel total verhangen.

Und dann kommen die Hiobsbotschaften….

to be continued …

Teil 2: Tauchen auf den Philippinen – Sturmwarnung

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Mit Liebe Dinge tun – das macht sie unvergleichlich. Mit Freude sich den Herausforderungen stellen und sie zu Erfolgen machen, das lässt uns wachsen. Neben meiner Koch- und Tauchleidenschaft schreibe ich auch Gastbeiträge meiner Reisen. Und, achja, habe ich schon erwähnt, dass ich köstliche Schokolade herstelle?

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