Tauchen auf den Philippinen – Menschen

Sonnenuntergang. Unglaublich schön, weil ein paar Wolken sich verfärben, und ein prächtiges Farbenspiel auf den Himmel zaubern. Das Meer hat sich beruhigt, zumindestens oberflächlich. Gestern Nacht ist mein Gerödel dann schließlich doch noch gekommen und so hatte ich die Chance, heute morgen gleich abzutauchen. Allerdings auch lediglich die Chance, denn mein Divebuddy hat zu lange geschlafen. Da waren dann schon alle anderen unterwegs und ich saß noch immer am Frühstückstisch… Da alle Diveguides unterwegs waren schnappte ich mir meine goPro (eine Action Kamera) und ging los, die Welt hinter unserem Bretterzaun zu erkunden.

sonne und farbe

Wir sind hier wirklich an einem Ende der Welt angekommen. Das Resort liegt direkt an der Verbindungsstraße zwischen der Fähre, die Leyte aus Mindanao ansteuert und damit die Verbindung zum Rest der Insel hält. Also immer, wenn eine Fähre aus Mindanao kommt, rauschen kurz danach die Laster hier vorbei. Und dann ist wieder Ruhe. Bis auf die Mopeds mit den abgesägten Auspuffen, die mächtig lärmen, aber das scheint ja auch der Sinn zu sein. Und PKWs, die sich teils hupend den Weg bahnen – ein Straßenbild, das mit nichts in Deutschland zu vergleichen ist. Manche von den Mopeds haben ein selbstgebautes Sonnendach und manche auch so etwas wie einen Beiwagen, in dem schon mal 5 bis 6 Personen unterkommen. Auf der Länge des Mopeds, findet sich manches mal auch eine ganze Familie ein.

Dreirad

Kaum raus aus dem Resort, begegneten mir immer wieder Menschen, die hier leben. Freundlich lächelnd, teils winkend, nahmen sie von mir Notiz. Mir kommt ein Moped entgegen, auf dem sich der Fahrer, ein gefesseltes, in stoischer Ruhe verharrendes Schwein und hinter dem Schwein ein weiterer, das Schwein fixierender, alter Mann befinden. Die beiden erwidern mein Lächeln und quittieren meinen erstaunten Blick mit Achselzucken. Es wird vermutlich der letzte Weg des Borstentieres sein.

Die Menschen, die mir begegnen, sind freundlich, und gehen zum Teil direkt auf mich zu. Mir fällt auf, dass die älteren Menschen in der Regel sehr wenige Zähne haben. Auch jüngere machen so, einen optischen Alterssprung. Es gibt am Straßenrand oftmals überdachte Sitzmöglichkeiten. Immer wieder sitzen dort Leute zusammen, als ob sie auf den Bus warten würden. Ich komme an so etwas wie einem Kindergarten vorbei. Eine ältere Dame kommt freundlich auf mich zu, mit der Info, dass sie Helen heiße und das Haus hier, sei das ihre. Ich sage ihr meinen Namen, lächle sie fröhlich an und gehe dann weiter. An einem größeren Platz stehen viele Menschen zusammen und ganz vorne eine kleine Gruppe von Müttern mit ihren Kindern. Ich winke ihnen zu. Da löst sich ein kleines Mädchen, kommt auf mich zu, strahlt mich an, streckt mir ihre Hand entgegen und zieht meine an ihre Stirn – fast wie ein Handkuss, denke ich. Ehe ich mich versehe, sind all die kleinen Zwerge bei mir und wollen mir ebenfalls die Hand schütteln und diese an ihre Stirn ziehen. Ich frage im Resort und bekomme zur Antwort, das sei eine typisch philippinische Art der Ehr- oder Respekterzeugung.

musikalisches Paar

Es war auf jeden Fall ein zauberhaftes Gefühl, denn all die Erwachsenen standen dabei und gaben den Kindern ihre Zustimmung. Ich bedankte mich, wirklich beschenkt.

Weiter in den Ort hinein, muss ich eine Brücke überqueren, die einen reißenden Fluss überquert, mit kristallklarem Wasser und sicher einem hohen Wasserstand nach dem vorgestrigen Sturm. Leider liegen im Wasser viele, viele bunte Schnipsel. Es sind Verpackungsreste von Shampoo und Seife, die der Fluss von weiter oben mit sich trägt. Die Brücke IST ziemlich morsch, aber mehrfach überplankt, so dass ich sogar noch zur Seite trete, um einem beladenen Moped gebührend Platz zu lassen. Die Häuser sind weitestgehend aus Naturmaterialien gebaut. Es wird Bambus für alles benötigt – ob Gerüst, Käfig, Fensterschmuck, Hausverkleidung, alles scheint aus Bambus hergestellt zu sein. Die Haustiere leben nah mit den Menschen zusammen. Manche der kleinen Häuser haben eine vergitterte Auslage mit Dingen des täglichen Bedarfs. Ich sehe sogar ein Affenpärchen, welches eine Kette um den Mittelteil des Körpers trägt und dessen Sein sich auf breiten Bambusstäben abspielt. Die hatten vielleicht auch was anderes geplant in ihrem Leben…

regenschirme

Es ist ganz schön heiß und drückend. Ich entschließe mich, umzukehren und später wieder zurück zu kommen. Allerdings dann mit einer aufgeladenen goPro.

Markt

Markt

Menschen und Landschaft auf Leyte

Boote

Hallo Du!

Hallo du!

Reisfelder

Reisfelder

Nuesse

Nuss

Landschaft

Reis

Kinder

Kinder

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Mit Liebe Dinge tun – das macht sie unvergleichlich. Mit Freude sich den Herausforderungen stellen und sie zu Erfolgen machen, das lässt uns wachsen. Neben meiner Koch- und Tauchleidenschaft schreibe ich auch Gastbeiträge meiner Reisen. Und, achja, habe ich schon erwähnt, dass ich köstliche Schokolade herstelle?

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