Tauchen auf den Philippinen – Sturmwarnung

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Also, am ersten Morgen teilt mir der Ralph mit, dass entgegen unserer Absprache, mein Gepäck in Manila stehen geblieben ist. Es hat angeblich keinen Cargo Platz gegeben… Der Fahrer war aber schon morgens erneut die viereinhalb Stunden nach Tacloban gefahren und wartete. Auch die zweite Maschine aus Manila landete ohne, dass mein Gepäck dabei war.

Der ganze Tag war zugehangen und verregnet. Da nahm uns der Ralph zur Seite. Er erzählte uns, dass sich ein neuer Sturm im Pazifik aufgebaut habe und die Filipinos in großer Angst seien. Der Sturm habe eine Stärke von 50-60 km/h . Das sei nichts, im Vergleich zum November. Vorsichtshalber ziehe er aber selbst seine Boote aus dem Wasser. Die Fähren würden nicht mehr fahren. Man habe sich auf eine erneute Katastrophe eingestellt. Die Insel Leyte wird von Mindanao aus versorgt und die Infrastruktur liege sowieso seit dem Taifun ziemlich am Boden. Das sei nun wirklich, für die Versorgung der Insel, ein echter Schlag ins Kontor.

Und mein Gepäck noch nicht da, der Fahrer sei dabei, die Nerven zu verlieren ( was ich nach den schrecklichen Bildern durchaus verstehen konnte). Er wollte sich unverrichteter Dinge auf den Heimweg machen, natürlich nicht ohne seinen Lohn einzufordern! Dann gab es doch die Nachricht, er solle auf die nächste Maschine warten. Darin sei mein Gepäck.

Also, es ist immerhin schon mal auf Leyte! Er bekam es ausgehändigt, obwohl er keine Ermächtigung dazu hatte – denn das Papier hatte ich in Manila gezeigt. Es lag am Flughafen in Tacloban nicht vor…

Der Regen vermischte sich immer mehr mit Wind. Ralph, der Ressortleiter, lebt seit 2002 auf den Philippinen. Er hat alles was nicht niet und nagelfest war, verpackt, verschnürt und verzurret. Diesel eingekauft für den großen 42 kW Generator und das nicht umsonst. Denn bald brach die Stromversorgung zusammen. Der Generator nahm seinen Job auf. Internet und die Aussenkommunikation war nicht mehr möglich.

Das gemeinsame Abendessen mit den anderen Tauchern war lecker und sehr gemütlich. Waren doch die sonst offenen Fenster zugeschoben und zusätzlich gesichert mit schweren Bambusrollos. Der Sturm wurde stärker. Es gab mächtige Blitze mit schnell darauf folgendem Donner. Dann kam der Anruf: Der Fahrer traue sich nicht mehr weiter und wolle die Nacht an einem gesicherten Platz auf der Route übernachten. Damit meine ich kein Hotel oder so, sondern einen Schlafplatz im Wald. Formidable Blitze erhellten das ganze Resort. Zwischendurch dachte ich mir, man, was ist schon das bisschen Tauchgepäck gegen solche Naturgewalt……

Meine Freundin hatte an diesem Tag immerhin ihren ersten Tauchgang und kam ziemlich ernüchternd zurück. Die See war aufgewühlt, das Licht fehlte und das was wir uns so ausgemalt hatten, war irgendwie noch nicht da…..

kidssunset

Als dann heute morgen die Sonne aufging, war auch wirklich Sonne da. Die Ruhe nach dem Sturm mit allerschönstem Wetter und die Bea saß da, ohne Badezeugs. FKK ist hier nicht möglich. Heute morgen dann war ich schon in freudiger Aufregung, dass ich heute auch endlich ins Wasser gehen könne, da kam die letzte Nachricht des Fahrers. Es habe auf dem Weg nach Pintuyan einen großen Erdrutsch gegeben. Die Straße sei zu. Ralph überlegte, ob er ein Moped entgegen schicken solle. Doch dann brach der Kontakt ab, weil das Handy wohl alle war.

Was mit dem Fahrer ist? Keine Ahnung. Hoffentlich geht es ihm gut.

Und so wartet sie noch immer…

Im Handgepäck hatte ich immerhin drei T- Shirts, eine von meinen dreiviertellangen schwarzen Leggins, die ich im Winter unter ziehe, aber leider keinen Badeanzug. So kam, was kommen musste. Heute nachmittag bin ich mit meinem Seitenleitwerk (das sollte Seidenkleid heißen ,T 9 eben!) in den Pool gegangen. Das war echt schräg…. Naja, mir geht es mental nicht so prima, hatte ich mir eben anders vorgestellt. Meine Tauchpartnerin war dann heute nachmittag wieder Tauchen. Kam wieder und meinte, ich habe nichts verpasst.

Und so wartet sie noch immer, die Bea… Morgen ist schließlich auch noch ein Tag.
.. to be continued

Tauchen auf den Philippinen – Anreise (Teil 1) gibt es h i e r

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Mit Liebe Dinge tun – das macht sie unvergleichlich. Mit Freude sich den Herausforderungen stellen und sie zu Erfolgen machen, das lässt uns wachsen. Neben meiner Koch- und Tauchleidenschaft schreibe ich auch Gastbeiträge meiner Reisen. Und, achja, habe ich schon erwähnt, dass ich köstliche Schokolade herstelle?

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